Näh dir deinen Lunchbag - Sauber unterwegs in der Natur

Schritt für Schritt Nähanleitung

Mir liegt die Umwelt sehr am Herzen. Leider muss ich beim Wandern immer wieder  feststellen, dass einige Wanderer ihren Abfall in der Natur achtlos liegen lassen. Dies kann für die Flora und Fauna negative Folgen haben.

 

Wie ihr in meinem Beitrag "Nachhaltig unterwegs in den Bergen" bereits gelesen habt, gibt es etliche Gegenstände, welche sich in der Natur nur sehr langsam oder fast gar nicht zersetzen und für Pflanzen, Tiere und Gewässer schädlich sein können (Quelle: alpenvereich.at):

  • Bananenschale/Orangenschale: 1 - 3 Jahre (Möglicherweise in der Schale vorhandene Pestizide und Spritzmittel können für die Wildtiere schädlich sein)
  • Papiertaschentuch: 1 - 5 Jahre
  • Alu: 200 - 500 Jahre
  • Plastik: 100 - 5000 Jahre (neben langer Verrottungsdauer können die darin enthaltenen Weichmacher in die Umwelt gelangen)
  • Glasflasche: Quasi ewig beständig, wenn nicht Wind und Wasser ausgesetzt.

 

Damit wir diesem Umstand entgegenwirken können, gilt beim Wandern auch was im Alltag gelten sollte: Möglichst viel Abfall und Einweg-Verpackungen vermeiden und Mehrweg-Verpackungen vorziehen.

Am besten nehmt ihr für eure Wander-Snacks wiederverwendbare Gefässe (Tupperware oder Stoffsäckchen). In diesen bleiben eure Snacks frisch, ihr verursacht keinen unnötigen Abfall und könnt allfällige Obstschale oder Käserinde darin verstauen und wieder mitnehmen. Somit bleibt die Natur gesund und wir können sie noch ganz lange geniessen :)

 

Für meine Wander-Snacks habe ich mir einen kleinen Lunchbag mit Reissverschluss genäht. Darin haben bequem Karotten, Schocki, Getreideriegel oder auch ein Sandwich Platz.

Für die Masse habe ich 15 auf 25 cm gewählt. Dies könnt ihr aber je nach Bedarf individuell anpassen. Damit ihr den Lunchbag selbst nachnähen könnt, kommt nun meine Schritt für Schritt Anleitung.

 

Vorbereitung:

Zuerst schneidet ihr euren ausgewählten Stoff zurecht. Mein Lunchbag soll am Schluss die Masse 15x25 cm haben. Das heisst mein Stoffzuschnitt misst inklusive Nahtzugabe von je einem Zentimeter pro Seite 17x27 cm.

Die Zuschnitte macht ihr jeweils 2x aus dem Aussenstoff (hier blau/weiss karierter Baumwollstoff) und 2x aus dem Innenstoff (hier weisser Baumwollstoff). Für den Innenstoff könnt ihr  auch ein Wachstuch wählen. Dann bleibt das Sandwich noch länger frisch.

 

Weiter benötigt ihr einen Reissverschluss. Ich habe einen Endlosreissverschluss aus Kunststoff gewählt, da man diesen genau nach Bedarf zuschneiden kann. Der Reissverschluss schneidet ihr auf 17 cm zu (Stoffbreite inklusive Nahtzugabe).

 

Zum Nähen habe ich für den Reissverschluss ein Reissverschlussfüsschen benutzt, da sich dieses Füsschen beim Nähen direkt an den Reissverschlusszähnchen entlang führen lässt. Somit ist die Naht schön nahe am Reissverschluss. Wer kein Reissverschlussfüsschen besitzt, kann auch ein normales Nähfüsschen nehmen, muss dann jeweils die Nadelstellung anpassen.

Näht mit Gradstich, Stichlänge ca. 3.

 

Als nächsten Schritt näht ihr die erste Seite des Beutels. Dazu legt ihr den einen Aussenstoff so hin, dass ihr das Muster, bzw den Teil, welcher am Schluss aussen sein soll, sehen könnt. Dann legt bündig an die obere Kante des Stoffes den Reissverschluss mit den Zähnchen und dem Zipper nach unten, also so dass ihr dann die "Rückseite" des Reissverschluss sieht. Darauf legt ihr dann den Innenstoff.

Dann macht ihr das Ganze mit Klemmen oder Stecknadeln fest, damit es beim Nähen nicht verrutschen kann.

Legt nun den Beutel so auf die Nähmaschine, dass die Zähnchen des Reissverschluss unter dem Stoff nach oben schauen (dies könnt ihr mit dem Finger spüren, wenn ihr über den Stoff fahrt). Das dient euch als Führung beim Nähen. Dann setzt ihr das Nähfüsschen so, dass die Kante des Füsschens entlang der oberen Kante der Reissverschlusszähnchen eine Naht macht. Wenn ihr es dann genäht habt und aufklappt, sollte es so aussehen:

Klappt den Beutel so auf, dass ihr den Reissverschluss sehen könnt. Dann klappt ihr die beiden Stoffseiten andersherum zusammen. Der Reissverschluss sowie das Muster des Aussenstoffs sind nun aussen sichtbar.

 

Dann geht es an die zweite Seite.

Legt nun den zweiten Teil vom Aussenstoff so hin, dass ihr das Muster, bzw den Teil, welcher am Schluss aussen sein soll, sehen könnt.

Dann nehmt den Teil, welchen ihr bereits genäht habt und legt ihn so auf den Aussenstoff, dass die beiden Aussenstoffe jeweils Aussenseiten an Aussenseite liegen, also quasi Face to Face. Der Reissverschluss ist  wieder mit der oberen Kante des zweiten Aussenstoffs bündig und die Zähnchen und Zipper zeigen nach unten, also so dass ihr dann die "Rückseite" des Reissverschluss seht. Darauf legt ihr dann den zweiten Innenstoff.

Nun sollten alle Stoffe so aufeinanderliegen, dass die Kanten gleichlang sind. Dann steckt ihr oben wieder alles fest und näht gleich wie vorhin. Legt also den Beutel so auf die Nähmaschine, dass die Zähnchen des Reissverschlusses unter dem Stoff nach oben schauen (Nähführung). Dann setzt ihr das Nähfüsschen so, dass die Kante des Füsschens entlang der oberen Kante der Reissverschlusszähnchen eine Naht macht. Wenn ihr es dann genäht habt und aufklappt, sollte es so aussehen:

Damit die Kanten vom Stoff am Reissverschluss schön flach werden, könnt ihr kurz mit dem Bügeleisen darüber bügeln.

Vorschicht beim Reissverschluss: Da es sich um einen Kunststoffreissverschluss handelt solltet ihr mit dem Bügeleisen nicht zu nahe kommen, sonst schmilzt er!

 

Habt ihr das gemacht, wird der Stoff von oben noch abgesteppt. Das heisst ihr setzt auf der rechten Stoffseite des Aussenstoffes eine Naht knapp neben dem Reissverschluss. Somit werden die Stoffe verbunden und der Stoff kann beim Öffnen des Reissverschlusses nicht in den Reissverschluss kommt.

Ihr näht dafür nun wieder mit einem normalen Nähfüsschen eine Naht etwa 5 mm neben dem Reissverschluss. Dies jeweils auf beiden Seiten neben dem Reissverschluss. Beim Nähen die Stoffe immer leicht auseinander ziehen, damit es  beim Stoff oben an der Naht keine Blasen gibt.

 

Bald habt ihr es geschafft :)

Öffnet dann den Reissverschluss um etwa 2/3 damit ihr nach dem Nähen den Beutel gut wenden könnt.

Klappt den Beutel nun so auf, dass jeweils Innenstoff auf Innenstoff liegt und Aussenstoff auf Aussenstoff. Wichtig ist, dass beim Feststecken die Zähnchen des Reissverschluss zum Innenstoff zeigen und dass die beiden Seiten des Reissverschlusses schön aufeinander liegen (Zahn auf Zahn). Steckt dann alles gut fest. Dieser Schritt ist ein wenig Friemelarbeit, aber es ist wichtig, damit das Ergebnis dann gut aussieht.

Lasst an der unteren Seite des Innenfutters eine Öffnung von ca. 10 cm. Durch diese wird dann der Beutel gewendet, daher muss dieser Teil offen bleiben. Dann könnt ihr alles zusammennähen, beginnend von der einen Seite der Wendeöffnung alles dem Innenstoff entlang hoch, über den Reissverschluss, dann um den Aussenstoff herum, wieder über den Reissverschluss und dann bis zur anderen Seite der Wendeöffnung.

Achtung, dort wo ihr über den Reissverschluss näht, das Nähtempo etwas verlangsamen und eventuell das Nähfüsschen etwas anheben, damit nichts zu Schaden kommt. Wenn ihr das gemacht habt, dies es dann so aus:

 

Unten habt ihr die Wendeöffnung, durch welches ihr nun den ganzen Beutel schiebt.

 

Dann wendet den ganzen Beutel durch die Wendeöffnung. Achtet auch darauf, dass die Ecken schön ausgestülpt sind. Ihr könnt dazu auch einen Kochlöffel mit langem Stiel zur Hilfe nehmen.

Zieht dann wieder das Innenfutter durch den Reissverschluss nach aussen. Denn diesen müsst ihr nun noch verschliessen. Klappt dafür die Nahtzugabe des Innenfutters nach Innen und steckt alles fest. Dann näht die Wendeöffnung zu. Das sieht dann so aus:

 

Danach könnt ihr das Innenfutter wieder nach innen stülpen und fertig ist euer Lunchbag :)

 

Na dann, viel Erfolg beim Nähen und im Kampf gegen die Umweltverschmutzung!

Stand 25.05.2020


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