Schweizer Wanderwege und Klettersteige - Markierungen, Wegkategorien und  Schwierigkeitsskalen

Wanderer, welche in der Schweiz unterwegs sind, können sich über ein ausgedehntes Wanderwegnetz mit detaillierter Signalisation - rund 50'000 Standorte mit Wanderwegweisern! - erfreuen. Das Schweizer Wanderwegnetz umfasst rund 65'000 km Wanderwege und wird unterteilt in die Wegkategorien Wanderwege, Bergwanderwege und Alpinwanderwege (mehr dazu später). Das Schweizer Wanderwegnetz wird vom Verband Schweizer Wanderwege sowie den sechsundzwanzig kantonalen Wanderweg-Organisationen unterhalten, welche unter anderem auch für die Instandhaltung der Wegmarkierungen zuständig sind.

Signalisation/Markierung der Wanderwege

 

Die Signalisation der Schweizer Wanderwege erfolgt durch verschiedene Markierungen.

 

Wegweiser

1) Aktueller Standort mit Höhenangabe

2) Wegweiser mit Wanderziel, Wanderzeit (Marschzeit ohne Pausen) und ggf. Trennstrich bei Routenverzweigungen

3) Wegkategorien

  • 3a) Wanderweg (gelb)
  • 3b) Bergwanderweg (weiss-rot-weiss)
  • 3c) Alpinwanderweg (weiss-blau-weiss)

4) Wegweiser (von SchweizMobil) für besonders attraktive Wanderwege. Die Unterteilung erfolgt in,

  • Nationale Routen (einstellige Nummer)
  • Regionale Routen (zweistellige Nummer)
  • Lokale Routen (dreistellige Nummer, oder keine Nummer).

Richtungszeiger

Richtungszeiger sind Wegweiser ohne Zeitangabe oder ohne Wanderziel (sondern nur mit Symbol von Wanderer) und kommen bei Wegverzweigungen oder Richtungsänderungen zum Einsatz.

Bestätigungszeichen und weitere Markierungen

Bestätigungszeichen sind meist Markierungen an Steinen, Mauern, Pfosten oder Bäumen, welche den Weg bestätigen, jedoch keine Angaben zur Richtung, Ort und Zeit geben. Sie dienen hauptsächlich zur Orientierung auf Berg- und Alpinwanderwegen.

Neben den meist aufgemalten Streifen, entsprechend der jeweiligen Wegkategorie, gibt es auch aufgemalte Punkte, Rautezeichen, Pfeile oder andere Symbole, welche als Markierung dienen.

Wegkategorien

 

Die Wanderwege in der Schweiz werden grundsätzlich in drei verschiedene Wegkategorien unterteilt, welche neben dem Ausbaugrad der Wege auch die Signalisation, die Anforderungen an die Wanderer sowie deren Ausrüstung beschreiben.

Wanderweg (gelb)

Bei Wanderwegen handelt es sich in der Regel um breite und gut gesicherte Wege. Steilere Passagen werden mittels Stufen und Gewässer mittels Brücken oder Stegen überwunden. Die Wege sind technisch wenig anspruchsvoll und es bedingt keine besonderen Anforderungen.

 

Signalation: Gelbe Markierungen u.a. durch Wegweiser, Pfeile, Rauten

Bergwanderweg (weiss-rot-weiss)

Bei Bergwanderwegen handelt es sich in der Regel um überwiegend steile und schmale Wege in teils exponiertem und unwegsamen Gelände. Speziell anspruchsvolle Passagen sind mit Ketten oder Seilen gesichert.

Von den Wanderern wird eine gute körperliche Verfassung sowie Schwindelfreiheit und Trittsicherheit vorausgesetzt. Zudem werden festes Schuhwerk, der Witterung entsprechende Kleidung sowie topografische Karten zur Orientierung empfohlen.

 

Signalation: Weiss-rot-weisse Markierungen u.a. durch Wegweiser, Pfeile und Streifen

Alpinwanderweg (weiss-blau-weiss)

Bei Alpinwanderwegen handelt es sich in der Regel um technisch anspruchsvolle und teilweise weglose Wanderwege, welche auch über Gletscher, Geröll- und Schneefelder führen und auch kurze Kletterpassagen aufweisen können. Speziell anspruchsvolle Passagen sind mit Ketten, Seilen oder Metalldornen gesichert.

Von den Wanderern wird eine sehr gute körperliche Verfassung sowie Schwindelfreiheit und Trittsicherheit vorausgesetzt. Zudem werden neben festem Schuhwerk, der Witterung entsprechender Kleidung und topografischen Karten auch Kompass/GPS, Pickel, Steigeisen und Seil empfohlen.

 

Signalation: Blau-rot-blaue Markierungen u.a. durch Wegweiser, Pfeile und Streifen

Schwierigkeitskalen SAC

 

Der SAC (Schweizer Alpen-Club) hat eine Wanderskala entwickelt, worin die drei Wegkategorien zur Tourenplanung weiter in detailliertere Schwierigkeitsgrade unterteilt werden. Neben der Wanderskala gibt es auch noch weitere Skalen für Berg- und Hochtouren, Klettersteige, Kletterrouten sowie Ski- und Schneeschuhtouren.

SAC-Wanderskala (SAC-Berg- und Alpinwanderskala)

Die Wanderskala dient zur Bewertung von Berg- und Alpinwanderwegen und ist in sechs verschiedene Schwierigkeitsgrade aufgeteilt, wobei "T" für Trekking steht. Bewertet werden dabei der Weg/Gelände sowie die Anforderungen an die Wanderer. Zudem werden pro Schwierigkeitsgrad verschiedene Tourenbeispiele angegeben.

  • T1: Wandern - gelb markierter Wag nach Schweizer Wanderweg Norm (SWW-Norm)
  • T2: Bergwandern - weiss-rot-weiss markierter Weg nach SWW-Norm
  • T3: Anspruchsvolles Bergwandern - weiss-rot-weiss markierter Weg nach SWW-Norm
  • T4: Alpinwandern - weiss-blau-weiss markierter Weg nach SWW-Norm
  • T5: Anspruchvolles Alpinwandern - weiss-blau-weiss markierter Weg nach SWW-Norm
  • T6: Schwieriges Alpinwandern - Meist nicht markierte Wege

Die detaillierte Wanderskala kann unter diesem Link heruntergeladen werden.

SAC-Berg- und Hochtourenskala

Die Berg-und Hochtourenskala dient zur Bewertung von hochalpinen Fels- und Eistouren und ist in sieben verschiedene Schwierigkeitsgrade aufgeteilt, von leicht bis extrem schwierig. Bewertet werden dabei der Fels sowie der Firn und Gletscher. Zudem werden pro Schwierigkeitsgrad verschiedene Tourenbeispiele aufgeführt. Für die Kletterstellen wird zudem die Schwierigkeitsskala für Felsklettern (UIAA-Skala, bzw. französische Skala) angegeben.

  • L: Leicht, UIAA-Grad ab I, Französische Skala 2a-2c
  • WS +/-: Wenig schwierig, UIAA-Skala ab II, Französische Skala 2b-3a
  • ZS +/-: Ziemlich schwierig, UIAA-Skala ab III, Französische Skala 3a-4a
  • S +/-: Schwierig, UIAA-Skala ab IV, Französische Skala 4a-5a
  • SS +/-: Sehr schwierig, UIAA-Skala ab V, Französische Skala 5a-5c
  • AS: Ausserordentlich schwierig, UIAA-Skala ab VI, Französische Skala 6a-6c
  • EX: Extrem schwierig, UIAA-Skala ab VII, Französische Skala ab 6c

Die detaillierte Berg- und Hochtourenskala kann unter diesem Link heruntergeladen werden.

SAC-Klettersteigskala

Die Klettersteigskala dient zur Bewertung von Klettersteigen und ist in sechs verschiedene Schwierigkeitsgrade aufgeteilt, von leicht bis extrem schwierig, wobei "K" für Klettersteig steht. Bewertet werden dabei der Weg/Gelände sowie die Anforderungen an die Klettersteigbenutzer. Zusätzlich werden pro Schwierigkeitsgrad verschiedene Tourenbeispiele angegeben.

  • K1: Leicht
  • K2: Mittel
  • K3: Ziemlich Schwierig
  • K4: Schwierig
  • K5: Sehr schwierig
  • K6: Extrem schwierig

 

Die Klettersteige werden zudem weiter in das Hüslers Klettersteigkreuz (HKK) eingestuft.

Dabei werden die vier Bewertungskriterien Kraft (K), Ausdauer (A), Psyche (P) und Bergerfahrung (E) berücksichtigt.

Diese Kriterien werden in vier Arme aufgeteilt und diese wiederum in vier Viertel. Ein Viertel bedeutet leicht und vier Viertel bedeutet sehr schwierig. Je mehr Viertel in den Armen gefüllt sind, desto anspruchsvoller ist der Klettersteig in dem jeweiligen Bewertungskriterium.

 

Neben dem Schwierigkeitsgrad und dem HKK sind Klettersteige in vier weitere Kategorien unterteilt:

  • Gesicherte Steige: Eher leichte Wege, welche nur auf kürzeren Abschnitten mit Sicherungen ausgestattet sind.
  • Alpine Routen: Routen, welche über Eis, Gletscher sowie ungesichertes Felsgelände führen und einen Schwierigkeitsgrad (UIAA-Skala) bis Stufe II aufweisen.
  • Klettersteig: Kletterweg, welcher durchgehend mit Stahlseilen gesichert ist und an schwierigen Stellen zusätzlich Leitern, Stahldorne, Klammern, etc. aufweist.
  • Sportklettersteig: Entspricht der Kategorie "Klettersteig", bietet jedoch zudem spezielle Attraktionen, wie Strickleitern, Brücken, etc.

 

Die detaillierte Klettersteigskala kann unter diesem Link heruntergeladen werden.

SAC-Skitourenskala

Die Skitourenskala dient zur Bewertung von Skitouren und ist in sieben verschiedene Schwierigkeitsgrade aufgeteilt, von leicht bis extrem schwierig. Bewertet werden dabei die Steilheit, die Ausgesetztheit, die Geländeform sowie Engpässe. Zudem werden pro Schwierigkeitsgrad verschiedene Tourenbeispiele angegeben.

  • L: Leicht, Steilheit bis 30 Grad
  • WS +/-: Wenig schwierig, Steilheit ab 30 Grad
  • ZS +/-: Ziemlich schwierig, Steilheit ab 35 Grad
  • S +/-: Schwierig, Steilheit ab 40 Grad
  • SS +/-: Sehr schwierig, Steilheit ab 45 Grad
  • AS: Ausserordentlich schwierig, Steilheit ab 50 Grad
  • EX: Extrem schwierig, Steilheit ab 55 Grad

Die detaillierte Skitourenskala kann unter diesem Link heruntergeladen werden.

SAC-Schneeschuhtouren

Die Schneeschuhtourenskala dient zur Bewertung von Schneeschuhtouren und ist in sechs verschiedene Schwierigkeitsgrade aufgeteilt, wobei "WT" für Wintertrekking" steht. Bewertet werden dabei das Gelände (Steilheit), die Gefahren und die Anforderungen an die Schneeschuhläufer. Zudem werden pro Schwierigkeitsgrad verschiedene Tourenbeispiele angegeben.

  • WT1: Leichte Schneeschuhwanderung, Steilheit < 25 Grad
  • WT2: Schneeschuhwanderung, Steilheit < 25 Grad
  • WT3: Anspruchsvolle Schneeschuhwanderung, Steilheit < 30 Grad
  • WT4: Schneeschuhtour, Steilheit < 30 Grad
  • WT5: Alpine Schneeschuhtour, Steilheit < 35 Grad
  • WT6: Anspruchsvolle alpine Schneeschuhtour, Steilheit > 35 Grad

 

Die detaillierte Schneeschuhtourenskala kann unter diesem Link heruntergeladen werden.

Abgrenzung der verschiedenen Skalen

Die Abgrenzung der einzelnen Skalen untereinander ist nicht scharf, sondern fliessend.

In der folgenden Grafik sind die verschiedenen Skalen nebeneinander dargestellt.

 

Quelle: https://wegwandern.ch/sac-schwierigkeitsskalen

 

Quellen:

www.wandern-ch (Schweizer Wanderwege)

www.schweizmobil.ch

www.sac-cas.ch

www.wegwandern.ch

 

Stand: 11.08.2019


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