Klettersteige Brunnistöckli und Rigidalstock


Klettersteig / Wanderung

14. Oktober 2018



Allgemeine Informationen

Total Distanz (horizontal): ~ 6 km

Total Aufstieg: ~ 950 m

Total Abstieg:  ~ 1200 m

Reine Marschzeit: ~ 5:00 Std (davon etwa 2 Std für die Klettersteige)

Höchster Punkt: Rigidalstock (2593 mü.M)

Tiefster Punkt: Brunnihütte (1867 mü.M)

Schwierigkeitsstufe Wanderung: T4

Schwierigkeitsstufe Klettersteige: K2-K4  Brunnistöckli K2,

Alternative Zittergrat K4,

Rigidalstockgrat K3,

Alternative Rigidalstockwand K3-4


Karte mit GPS-Track (hinterlegt)

Höhenprofil Klettersteige


Ich habe unseren gewanderten GPS-Track auf Google Maps hochgeladen. Wenn du auf den oben dargestellten Kartenausschnitt  klickst, wirst du direkt auf Google weitergeleitet, kannst dort links oben die drei Punkte anklicken und dann unsere Tracks unter "KML herunterladen" downloaden.

Anfahrt

 

Von Engelberg mit den Brunni-Bahnen (Stehgondel) nach Ristis Bergstation und dann mit dem Sessellift weiter zur Brunnihütte. Man könnte den Weg grundsätzlich auch hochwandern, wovon ich jedoch absehen würde, wenn man noch vorhat den Rigidalstock Klettersteig zu machen, da es dann zeitlich eher knapp wird und das Personenaufkommen hoch. Denn je später, desto mehr Leute. Daher sind wird direkt mit dem Sessellift zur Brunnihütte. Die Preise zu den Einzelfahrten findest du hier.

Wanderung und Klettersteige

Klettersteig Brunnistöckli

Von der Brunnihütte führt ein zirka 15-minütiger, etwas steiler Wanderweg bis zum Einstieg des Brunnistöckli Klettersteigs. Die erste Partie von Klettersteig bis zur kurzen Dreiseilbrücke würde ich in die Kategorie B/C einstufen. Er führt zuerst über ein paar Eisenbügel hoch und dann zu einigen Passagen, wo man direkt im Fels klettert (ohne Eisenbügel). Die Schwierigkeit dabei ist vor allem, dass der Fels teilweise sehr abgegriffen ist (speckig) und somit rutschig sein kann.

Nach der Dreiseilbrücke kommt ein steiles Stück (Kat. C) bis zur Hängebrücke. Unmittelbar vor der Hängebrücke kommen die zwei Klettersteige Brunnistöckli und Zittergrat zusammen (siehe dazu mehr unter "Fazit und Alternativen"). Nach der leicht ansteigenden Hängebrücke wird der Klettersteig einfacher und nach der Leiter deutlich flacher. Für den Brunnistöckli Klettersteig benötigt man rund 30 Minuten.

Beim Ausstieg des Klettersteiges kann man entweder zurück zur Brunnihütte wandern oder weiter zum Rigidalstock Klettersteig.

 

Klettersteig Rigidalstock und Abstieg zur Bergstation

Die Wanderung zum Klettersteig Rigidalstock führt über grasbewachsene Hügel und steinige Landschaften. Dort, wo sich die Wege zu den beiden Klettersteigen Rigidalstockgrat und Rigidalstockwand trennen (siehe dazu mehr unter "Fazit und Alternativen") wird der Aufstieg zum Einstieg der Klettersteige sehr steil und rutschig, da er durch Geröllfelder führt. Die Wanderung von Ausstieg Klettersteig Brunnistöckli bis zum Einstieg Klettersteig Rigidalstockgrat dauert rund 45 Minuten.

 

Wir sind den Klettersteig über den Rigitalstockgrat hoch. Die erste Hälfte ist relativ problemlos zu erklimmen. Nach einer etwas steilen Passage am Anfang (Rinne), jedoch mit vielen Griffen im Fels, kommt eine flachere Passage, welche eher an einen Wanderweg (T4) erinnerte. Die zweite Hälfte empfand ich als schwieriger, da diese unter anderem aus einer steilen Wand besteht, mit Stahlbügeln, welche einen grossen Abstand zueinander haben, so dass man sich zum hochkommen geeignete Tritte und Griffe im Fels suchen muss.

Am Schluss des Klettersteiges, wo dann die zwei Klettersteige (Grat und Wand) zusammen kommen, ist es wieder einfacher. Für den Klettersteig benötigt man rund 1 Stunde (Zeitangabe ohne Wartezeiten bei "Gegenverkehr").

 

Oben auf dem Rigitalstock angekommen kann es sehr luftig sein (Windjacke empfiehlt sich), aber die Aussicht auf die herumliegenden Alpen und den Titlis ist sehenswert.

 

Der Abstieg erfolgt dann wieder über den Klettersteig Rigidalstockgrat (der Abstieg über die Rigidalstockwand ist untersagt) und hat mir persönlich ziemlichen Spass gemacht, da ich bereits wusste, wie in etwa der Steig aussieht und wie ich wieder herunterklettern muss. Man sieht jedoch immer wieder Leute, welche den Kletterstieg nicht herunterklettern, sondern sich an den Sicherungseilen herunterhangeln. Neben der Tatsache, dass das nicht der Sinn der Sache ist, werden dadurch die Verankerungen der Sicherungsseile überbelastet und können somit schneller kaputt gehen. Also die Devise lautet: Den Klettersteig herunterklettern und nicht herunterhangeln! Das macht mehr Spass und schont die Sicherungen. Der nächste Kletterer wird’s danken.

 

Der Abstieg von Ende des Klettersteiges bis zur Brunnihütte geht relativ rassig. Den Brunnistöckli Klettersteig muss man übrigens nicht mehr zurückklettern. Es gibt einen Wanderweg, welcher direkt (um den Kletterstieg herum) zur Brunnihütte führt. Von dort aus kann man bequem per Sessellift zur Bergstation fahren oder man kann es auch wandern. Die Wanderung dauert zirka 20 Minuten bis zur Bergstation.

 

Ausrüstung

 

"Must have" für den Klettersteig:

  • Klettersteigausrüstung
  • Klettergurt,
  • Strang,
  • Sturzenergieabsorber,
  • Karabiner,
  • Helm,
  • ggf Handschuhe
  • Wanderschuhe mit stabiler Sohle

Für die Wanderung kannst du die normale Wanderausrüstung für Eintagestouren mitnehmen. Wenn du nicht sicher bist, was du alles einpacken solltest, kannst du hier nachschauen.

Empfehlung zum Klettersteig

 

Wann würde ich die Klettersteige nicht unbedingt empfehlen:

  • Bei Regen, da der Aufstieg in einem Klettersteig bei feuchter Witterung sehr gefährlich sein kann!
  • Bei Gelenkschmerzen. Falls man für die Wanderung zwischen den Klettersteigen Wanderstöcke nutzen möchte, würde ich nur solche empfehlen, welche man im Rucksack komplett verstauen kann. Denn wenn man die Wanderstöcke aussen am Rucksack befestigt, stören sie beim Klettern, was nicht gerade förderlich ist.

Fazit und Alternativen

 

Mir persönlich haben beide Klettersteige gut gefallen. Sie waren vom Schwierigkeitsgrad nicht zu anspruchsvoll, hatten aber trotzdem ihre herausfordernden Stellen. Zudem hat mir gut gefallen, dass man durch die Kombination der beiden Klettersteige (Brunistöckli und Rigidalstock) eine relativ ausgedehnte Tour von rund 4,5 Stunden zurücklegen kann.

 

Alternativen

Wie oben bereits erwähnt, gibt es für beide Klettersteige (Brunnistöckli und Rigidalstock) jeweils eine etwas anspruchsvollere Alternative. Wem der Brunnistöckli Klettersteig zu einfach ist, kann sich auch an den Zittergrat wagen, welcher durch seine senkrechte Wand und einen kurzen Überhang als Kategorie K4 eingestuft wird. Erfahrt mehr zum Zittergrat in einem ausführlichen Tourenbericht im Bergzeit-Magazin.

 

Beim Rigidalstock hat man auch die Möglichkeit über die Rigidalstockwand hochzuklettern. Dieser Klettersteig ist etwas anspruchsvoller (K3-4) als der Rigidalstockgrat, hat jedoch den Vorteil, dass man dort keine Wartezeit wegen zurücksteigenden Kletterern hat. Denn der Rididalstockgrat  dient auch als Abstieg und wir musste beim Aufstieg oft warten, damit die entgegenkommen Leute passieren konnten. Daher würde ich passionierten Kletterer für den Aufstieg die Rigidalstockwand und für den Abstieg den Rigidalstockgrat empfehlen.

 


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